Den Schornstein nicht vergessen!

Der Schlot ist das Stiefkind bei einer Dachsanierung

Ein wichtiges Bauelement wird bei einer Sanierung oft übersehen: der Schornstein. Das meldet der Verband Privater Bauherren (VPB). Wenn die alte Heizungsanlage gegen ein modernes Heizsystem auf Basis der Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik ausgetauscht wird, muss die Schornsteinanlage an die neue Technik angepasst werden.

In vielen Fällen ist bei der Sanierung auch ein Umbau des Schornsteins auf einen passenden Durchmesser angesagt, denn moderne Heizsysteme verlangen deutlich geringere Durchmesser beim Schlot. Anders ausgedrückt: Alte Schornsteine sind für moderne Heizanlagen überdimensioniert. Wird der Schornstein nicht an den neusten Stand der Technik angepasst oder ausgetauscht, kann das zu Folgeschäden führen: Da moderne Heizkessel die Verbrennungswärme sehr viel besser ausnutzen, gelangen die Verbrennungsgase mit wesentlich niedrigerer Temperatur in den Schornstein, wodurch der Auftrieb des Abgases, das bei der Verbrennung entsteht, vermindert wird. Dies wiederum kann dazu führen, dass das Abgas sich noch innerhalb des Schornsteinzuges so weit abkühlt, dass es an den Wänden kondensiert und den Schornstein von innen durchfeuchtet.

Versottung des Schornsteins

Die Abgase enthalten zudem einem hohen Anteil an Wasserdampf und Schwefelverbindungen. Auch diese teils ätzenden Stoffe schlagen sich an der Innenseite des Schornsteins nieder. Mit der Zeit durchdringen sie das Mauerwerk und hinterlassen gelb-braune Flecken und einen üblen Geruch. Diese Durchdringung der Mantelsteine eines Kamins mit Wasser, Teer und Säuren wird als Versottung bezeichnet.

Moderne Schornsteine müssen also nicht nur brand- und standsicher, sondern auch säure- und feuchtebeständig sein. Abhilfe bei einer Versottung bieten säurefeste Rohre aus Edelstahl, Keramik oder Kunststoff, die in die bestehenden Kaminzüge eingezogen werden und dabei gleichzeitig den Querschnitt verringern.

Da es verschiedene Bauweisen für Schornsteine gibt, sollte man vor einer Sanierung auf jeden Fall den zuständigen Schornsteinfeger um Rat fragen, der den Schornstein auch prüft und abnimmt.

Quellen: dejur.org, juris.bundesgerichtshof.de, verbraucherschutz.tv, mietrecht-reform.de, n-tv. de, de.reuters.com, news.immowelt.de, anwalt24. de, augsburger-allgemeine.de, spiegel.de, sueddeutsche.de

Über den Autor

Monika Ruhland

Immobilienwirtin (WAF)

Monika Ruhland, Autor dieses Artikels

Monika Ruhland

Immobilienwirtin (WAF)

Monika Ruhland ist seit 2011 Immobilienmakler (IHK) und seit 2014 Immobilienwirtin WAF. Mit Ihrer sympathischen Art und langjährigen Erfahrung in der Immobilienbranche berät Sie Ihre Kunden fundiert und praxisnah in allen Bereichen der Immobilienvermarktung. Und das so erfolgreich, dass Sie Mitglied der RE/MAX Hall of Fame ist. Sie ist dafür bekannt, für ihre Kunden den besten Preis am Markt zu erzielen.