Video-Chat, Instant-Messenger und virtuelle Besichtigung

Corona katapultiert die Immobilienbranche ins digitale Zeitalter.

Wir erleben stürmische Zeiten, die allgemeine Verunsicherung ist groß und wie es auf dem Immobilienmarkt nach der Corona-Krise weitergeht, kann bislang niemand mit Sicherheit vorhersagen. Es spricht jedoch vieles dafür, dass verlässliches Betongold in der sich anbahnenden Finanz- und Wirtschaftskrise einen noch höheren Stellenwert haben wird. Und zwar nicht nur für Anleger, sondern auch für den eigenen Bedarf und als Altersvorsorge. So verwundert es nicht, dass die Nachfrage nach Wohnimmobilien weiterhin hoch ist, auch wenn derzeit (Stand bei Redaktionsschluss 20. April) aufgrund der bundesweiten Ausgangsbeschränkungen und des Kontaktverbots kaum Vor-Ort-Termine stattfinden.

Die meisten Maklerbüros sind für das Publikum geschlossen. Auch beim Franchisemakler RE/MAX arbeiten die Immobilienvermittler im Homeoffice, sind für ihre Kunden jedoch online und mobil via Video-Chat wie Skype, Instant-Messenger wie WhatsApp, per Telefon, E-Mail und Online-Meetings erreichbar. Besichtigungstermine werden, je nach Wunsch des Kunden, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder digital abgehalten.

Digitale Techniken bewähren sich

Das Arbeiten mit digitalen Tools bekommt in diesen Krisenzeiten eine ganz neue Bedeutung: „Wir werden uns wundern, wie schnell sich plötzlich Kulturtechniken des Digitalen in der Praxis bewährten. Tele- und Videokonferenzen stellten sich als durchaus praktikabel und produktiv heraus“, konstatiert der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx.

„Die Coronakrise katapultiert die Arbeitswelt in die Zukunft“, formuliert es das Analysetool we.matter. „Veränderungen, die ehemals Monate oder Jahre benötigt hätten, werden binnen Tagen Realität.“

Auch im Berufsbild des Immobilienmaklers beschleunigt die Krise eine Veränderung, die sich schon seit geraumer Zeit herauskristallisiert: Wer in der heutigen Zeit im Vermittlungsgeschäft erfolgreich sein will, braucht einen präsentablen Internetauftritt und eine große Palette virtueller Tools, die das altbekannte Exposé ergänzen.

Virtuelle Video-Rundgänge

Eines dieser Tools ist die Online-Besichtigung. Was viele Immobilieninteressenten nicht wissen: Besichtigungen sind dennoch möglich, nämlich in Form von virtuellen Video-Rundgängen, erstellt mit einer 360° Kamera. Dank dieser Technik können sich Kaufinteressenten vom häuslichen Sofa aus von Raum zu Raum bewegen und sich so ganz bequem einen ersten Eindruck von der Immobilie verschaffen. Dabei kann der Nutzer sich in der Immobilie nicht nur virtuell bewegen, sondern sie auch als 3D-Modell wie ein Puppenhaus von außen betrachten, um einen vollständigen Überblick über Größe und Raumaufteilung zu erhalten.

Die virtuelle Besichtigung spart dem Käufer viel Zeit bei der oft langwierigen Suche nach der Wunschimmobilie und gehört daher sicherlich zu den Elementen, die in der Branche Zukunftspotenzial haben. Natürlich zielt die Entwicklung nicht darauf ab, den persönlichen Vor-Ort-Besuch gänzlich durch eine Online-Tour zu ersetzen. Die virtuellen Besichtigungen ermöglichen vielmehr eine gute Vorauswahl und bereitenden den Vor-Ort-Termin optimal vor, wo dann ein individuellen Beratungsgespräch stattfinden kann.

Persönliche Beratung nach wie vor entscheidend

Der Kauf einer Immobilie ist und bleibt eine sehr persönliche Entscheidung, bei der das Fachwissen des Maklers eine immense Unterstützung darstellt. Essenziell für eine fundierte Kaufentscheidung ist die Vertrauensbasis zwischen Käufer und Makler, die beim persönlichen Kennenlernen entsteht.

Info: Auch derzeit sind Besichtigungen möglich, jedoch nur unter strenger Einhaltung der behördlichen Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen. Makler und Kunde halten Sicherheitsabstand, tragen Handschuhe und Schutzmaske und berühren keine Objekte.

Quellen: RE/MAX Deutschland, Immobilien Zeitung, horx.com, ze.tt

Über den Autor

Sascha Wallerich

Immobilienmakler

Sascha Wallerich, Autor dieses Artikels

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